Ablauf im Notariat

Ein typischer Kaufvertrag über eine Immobilie läuft wie folgt ab. Aus den konkreten Vereinbarungen können sich im Einzelfall Abweichungen in der Durchführung ergeben. Diese werden im Beurkundungstermin besprochen.

Vorbereitung

  1. Die Beteiligten übermitteln dem zuständigen Ansprechpartner im Notariat alle erforderlichen Angaben, dies erleichtern unsere Formulare.
  2. Das Notariat berät die Beteiligten, holt erforderliche Informationen ein, zum Beispiel einen aktuellen Grundbuchauszug.
  3. Das Notariat erstellt einen individuellen Vertragsentwurf und versendet diesen.
    Es ist nicht notwendig Vertragsentwürfe selbst zu erstellen oder erstellen zu lassen. Der notarielle Vertragsentwurf ist immer in den Beurkundungskosten enthalten.
  4. Gemeinsam mit den Beteiligten werden notwenige Änderungen abgestimmt. Sind alle Beteiligten mit dem Entwurf einverstanden, wird ein Beurkundungstermin vereinbart.
    Bei Verträgen zwischen Verbrauchern und Unternehmern darf die Beurkundung erst 14 Tage nach Erhalt des Entwurfes erfolgen.

Beurkundung

Im Beurkundungstermin wird der Vertrag in Gegenwart aller Beteiligten und des Notars besprochen, vorgelesen und unterzeichnet.

Vollzug

  1. Versand
    Das Notariat versendet den Vertrag:
    - an alle Beteiligten,
    - das Finanzamt Grunderwerbsteuerstelle,
    - den Gutachterausschuss,
    - das Grundbuchamt zur Eintragung der Vormerkung und
    - holt alle notwendigen Genehmigungen sowie Erklärungen hierzu ein.
    Die Eintragung der Vormerkung, die Bestätigung, Richtigkeit und Vollständigkeit der Erklärungen werden vom Notariat überwacht.
  2. Rechnung 
    Mit dem Vertrag wird die Notarkostenrechnung an den im Vertrag vereinbarten Kostenschuldner versandt. Dieser erhält auch den Grunderwerbssteuerbescheid des Finanzamtes und die Rechnungen für die Genehmigungen und sonstige notwendige Erklärungen, die der Notar anfordert. Diese Rechnungen sollten kurzfristig bezahlt werden, um die weitere Durchführung des Vertrages nicht zu verzögern.
  3. Kaufpreisfälligkeit / Zahlung
    Nachdem, mit Ausnahme der steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung, alle zur Durchführung des Vertrages notwendigen Unterlagen beim Notar vorliegen, teilt dieser dem Käufer und dem Verkäufer mit, dass und wie der Kaufpreis nunmehr zu zahlen ist. Dies erfolgt ein bis mehrere Monate nach dem Beurkundungstermin und beruht auf den Bearbeitungsfristen der beteiligten Behörden, die vom Notariat nicht beeinflusst werden können.
    Wenn im Vertrag die Zahlungsabwicklung über ein Notaranderkonto vereinbart ist, muss der Käufer die Einzahlung auf dieses Konto bis zum vereinbarten Termin ohne weitere Aufforderung veranlassen.
  4. Zahlungsnachweis
    Der Verkäufer bestätigt den Eingang des Kaufpreises. Hierzu erhält er vom Notar mit der Fälligkeitsmitteilung einen Entwurf, den er unterzeichnen und zurücksenden muss.
    Diese Bestätigung entfällt bei Zahlung über Notaranderkonto, in diesem Fall teilt der Notar dem Verkäufer und dem Käufer mit, wenn der Kaufpreis auf dem Notaranderkonto eingegangen ist.
  5. Besitzübergang / Übergabe / wirtschaftlicher Stichtag 
    Nach Kaufpreiszahlung an den Verkäufer oder auf das vereinbarte Notaranderkonto wird der Grundbesitz vom Verkäufer an den Käufer übergeben. Dies zeigen die Beteiligten der Versicherung, ggf. den Mietern und dem ggf. dem Verwalter an. Ab dem vereinbarten Übergabestichtag hat der Käufer wirtschaftlich die Stellung, als ob er Eigentümer des Grundbesitzes wäre. Das heißt, der Käufer muss für alle Kosten aufkommen und darf den Grundbesitz nutzen bzw. erhält die Miet- oder Pachteinnahmen. Kosten, die nach dem Übergabestichtag noch dem Verkäufer in Rechnung gestellt werden (z.B. Grundsteuer), hat der Käufer dem Verkäufer zu erstatten.
    Die Übergabe erfolgt bei Direktzahlung (ohne Notaranderkonto) ca. sechs Wochen bis mehrere Monate nach der Beurkundung. Bei Abwicklung über Notaranderkonto oder andere besondere Vereinbarungen ist eine kurzfristigere Übergabe möglich.
  6. Eigentumsumschreibung im Grundbuch
    Nachdem der Zahlungsnachweis, die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes und alle erforderlichen Erklärungen vorliegen, beantragt der Notar beim Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung auf den Erwerber und stellt gleichzeitig alle sonstigen im Vertrag vorgesehenen Eintragungsanträge. Das Notariat überwacht die Erledigung der Anträge. Dies erfolgt wegen der Bearbeitungsfristen des Grundbuchamtes wiederum ein bis mehrere Monate nach Antragstellung beim Grundbuchamt.
  7. Eintragungsmitteilung / Archivierung 
    Wenn die beantragten Grundbucheintragungen erfolgt sind, prüft der Notar deren Richtigkeit und sendet die Eintragungsmitteilung an die Beteiligten sowie einen aktuellen Grundbuchauszug an den Käufer. Damit ist der Vorgang im Notariat abgeschlossen. Vertrag und die Akte werden im Notariat archiviert und stehen den Beteiligten für Rückfragen jederzeit zur Verfügung.

Notarin am Brühl

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Brühl 8
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